Mexikobernstein - eine Abenteuerreise nach Chiapas - Simojovel

Von allen Seiten wurde abgeraten:
niemand Fremdes dürfe an diese Gruben, es sei viel zu gefährlich, viel zu anstrengend, die Rebellen überfallen euch usw.
Aber Roland, unser gut spanisch sprechender Dauertourist in Mexiko, Guatemala, Costa Rica, Dominikanische Republik, ihn stachelte das nur noch mehr an, für unseren Arbeitskreis Bernstein diese außergewöhnliche Reise zu organisieren.

Vom 20.2. - 8.3.2005 erlebten 20 Bernsteinverrückte nicht nur unzählige Kultstätten der Azteken und Mayas, unvergessliche Bootsfahrten, fremdartige Natur und Kultur und einen kurzen erholsamen Strandurlaub.
Kernpunkt der Reise sollte der Bernstein sein!
Das Bernsteinmuseum in San Cristobal hatte schon einiges zu bieten, vor allem aber eine Kontaktperson, die uns weiterhin in die einsame, so gefährliche Gegend um Simojovel begleitete.
Man muss sich ein Hochplateau vorstellen, auf dem kleinste Dörfer verstreut liegen, in denen die Menschen noch wie vor 100 Jahren leben. Von diesem Plateau fällt ein steiler Hang viele hundert Meter tief ab in den Urwald. Und in diesen Hang haben die Mineros lange, nicht gestützte Stollen getrieben (*), um per Hand den festen Sandstein mit dem Bernstein herauszuschlagen und per Schubkarre ans Tageslicht zu befördern.


Allein der Weg bis zum Hang, denselben hinunter - natürlich unbefestigt z.T. über die Abraumhalden (Folge: Dutzende Stürze mit vielen blauen Flecken - ein Wunder, dass nicht mehr passiert ist), war schon so strapaziös, dass viele meinten, sie würden den Rückweg hinaus nicht mehr schaffen.


Nicht alle wagten sich tief in die Schächte hinein, ruhten lieber ein bisschen auf dem Schutt aus und erspähten den einen oder anderen kleinen Bernstein in der Matrix.


Abends strömten dann die Bernsteinhändler mit ihren Schätzen zu uns und manch hundert oder tausend Dollar bzw. Bernstein wechselte den Besitzer.
Durch tektonische Erhitzung sind die Einschlüsse ähnlich "gekocht" wie beim autoklavierten Baltischen Bernstein. Trotzdem enthält dieser ca. 20-25 Millionen Jahre alte Bernstein schöne und seltene Einschlüsse:


Besonders schön wirkt der Bernstein im Muttergestein bei UV-Bestrahlung:


Legt man allerdings das Muttergstein in Wasser, so zerfällt es und der reine Bernstein kann ausgewaschen werden. Chiapas-Bernstein kommt in vielen Farbvarianten vor: glasklar, gelblichklar, grünlich, rötlich bis dunkelrubinrot, nie aber trübe.