BERNSTEIN SUCHEN UND FINDEN

In diesem Kapitel lesen Sie einen kurzen Ausschnitt, ausführlche Informationen über das Bernsteinsuchen und vor allem FINDEN lesen Sie in meinem Buch ALLES ÜBER BERNSTEIN, ein Bernsteinklassiker. Dle 1. Auflage ist mittlerweile vergriffen, d. h. nicht mehr im Buchhandel erhältlich. Exemplare können aber über mich als Autor noch bezogen werden (Restposten 19,90 Euro + Versand),
2019 ist die zweite, verbesserte, erweiterte, korrigierte Auflage erschienen, 24 Seiten mehr als die erste Auflage, auch über mich zu beziehen (29,90 inklusive Versand).


Bernstein suchen und finden sind zweierlei, meistens sucht man und selten findet man ...
Wer sich mit dem Bernstein auskennt und sich gut informiert, der wird häufiger fündig. Man muss wissen, wo, wann und wie man sucht.

Auf dem Bild dargestellt sieht man einen Spülsaum aus dem Watt vor Neuwerk.


WIE SUCHE ICH BERNSTEIN?

Bei geeigneter Wetterlage tummeln sich viele Sammler an den Küsten; die Chance, dann Bernsteine zu finden, ist dann selbstverständlich geringer. Man muss ihnen zuvor kommen und schon nachts unterwegs sein, dann mit Taschenlampe oder noch besser: mit Schwarzlicht-Lampe (UV-Lampe) - die Bernsteine leuchten dann im Dunkeln und lassen sich leicht finden.

Die besten UV-Lampen dafür sind die sog. "Ravlygten", die es jetzt auch in Deutschland zu beziehen gibt: https://www.haufwerk.com/de/ravlygte/

Oder man sucht Küstenabschnitte ohne viel Tourismus. Der Wind sollte auf jeden Fall etwas auflandig sein, dann bleiben die Bernsteine besser im Spülsaum liegen.



Wo: Nicht nur an den Küsten der Ost- und Nordsee findet man Bernstein, sondern auch im gesamten norddeutschen Binnenland. Der Grund: Die Gletscher der letzten Eiszeiten haben mit ihrem Geschiebe viel Material aus dem Baltikum, u. a. mit Bernstein, bis fast an den Harz geschoben. Die südlichste Ausdehnung der Gletscher ist gleichzeitig das südlichste Vorkommen von Bernstein - die sogenannte Feuersteinlinie = Bernsteinlinie. Näheres dazu in den Tipps/UInfos in den entsprechenden Kapiteln und in meinem Buch ALLES ÜBER BERNSTEIN!


Braun: Elster-Vereisung - die älteste

Blau und grün: Saale-Vereisungen
                blau: Warthe-Stadium
                grün: Drenthe-Stadium

Schwarz: Weichsel-Vereisungen,
                 weitester Vorstoß:
                 nördlich von Hamburg,
                 südlich von Berlin


BERNSTEIN IN KIESGRUBEN

Die Gletscher haben viel Sand aus dem Norden und Nordosten mitgeführt und abgelagert, darin enthalten auch Bernsteine. Deshalb findet man in vielen Kiesgruben in bestimmter Tiefe die typischen schwarzen Bänder im hellen Sand = Schwarzholzansammlungen mit Bernstein. Das kommt nördlich von Berlin schon in einer Tiefe ab 2 m vor, ims Emsland in über 20 m Tiefe. Selbst mitten in Berlin wird auf Baustellen Bernstein gefunden.
WICHTIG: Das Betreten der Kiesgruben ist verboten. Man sollte höflich bitten, ob man die Grube betreten darf und Schutzhelm und Warnweste bereithalten.



BERNSTEIN AN DER SEE

Wann? Das ist die nächste wichtige Frage. Wasser hat bei 4 Grad die größte Dichte, damit ist der Bernstein im kalten Wasser verhältnismäßig am leichtesten und kann durch Strömungen und Wellenbewegungen leicht tranbsportiert werden.
Die Wintermonate bis ins späte Frühjahr sind also beste Sammelzeit.
Während eines Sturms findet man keinen Bernstein, aber wenn der Wind abflaut, dann bleiben die Bernsteine zusammen mit anderem, das gleiche Schwebeeigenschaften hat, im Spülsaum liegen. Alsoi sucht man dort, wo im Spülsaum Schwarzholz, Gehäuse von Röhrenwürmern, Tang usw. liegt, also Dinge mit ähnlichen Schwebeeigenschaften.
Dort, wo Steine und Muscheln liegen, liegt meist kein Bernstein. Und auch dort nicht, wo Schlamm oder Federn angespült sind.


BERNSTEIN IN EIS UND SCHNEE

Wie häufig habe ich mich schon geärgert, dass Schneefall die Bernsteinsuche beeinträchtigt oder sogar unmöglich gemacht hat. Oder starker Frost hat die Ostsee viele Meter zufrieren lassen, so dass auch bei Wind kein Spülsaum entstehen konnte.

 

Der Vorteil: Kein anderer Sammler kann Bernstein suchen und die eingeschneiten Spülsäume verbleiben undurchsucht unter der Schnee- oder Eisdecke. Nun heißt es, den richtigen Zeitpunkt abwarten, d. h. Tauwetter, und genau dann auf Suche gehen, wenn der Schnee so weit abgetaut ist, dass die vor dem Schneefall entstandenen Spülsäume freigelegt werden.

 

Normalerweise finden sich nach einem Sturm viele Bernsteinsammler an der Küste ein, nicht so bei Windstille und verschneitem Strand. Da ergibt sich dann bei Tauwetter die seltene Gelegenheit, alleine und ungestört auf Bernsteinsuche gehen zu können. Und wenn nicht alleine, dann sind es meist Urlauber, die am verschneiten Strand wandern und nicht ahnen, dass auch bei dieser Wetterlage Bernstein gefunden werden kann.

 

Manchmal taut die Schneekante in Wassernähe so schnell ab, dass man eine Stunde später schon wieder neue freigelegte Spülsaume findet. So kann man einen oder mehrere Kilometer langen fündigen Strandabschnitt immer wieder hin- und herlaufen, was ohne Schnee unsinnig wäre.

 

Ähnliches habe ich vor langer Zeit auch in der Braunkohlegrube Bitterfeld erlebt: Nach Schneefall war die Bernsteinsuche unmöglich. Aber gerade in der Grube taute der Schnee viel schneller weg als im Umland und legte bei Tauwetter immer neue Flächen frei, auf denen man Bernstein suchen konnte den vorher keiner weggesammelt haben konnte.